schaute hindurch. Leyla kannte diese Augenblicke, wenn er von einem Moment auf den anderen hochkonzentriert war. Was hatte er dort gesehen? Blitzartig löste Wichard seinen Blick vom Feldstecher und drehte sich zu ihr um. Mit einer Geste befahl er ihr still zu bleiben und führte sie mit der Hand auf ihrer Schulter in die Hocke. Kurz blickte er sich noch einmal um und schaute durch das Fernglas. Dann wandte er sich wieder ihr zu griff ihre Hand und führte sie im schnellen aber gebeugten Gang in Richtung einer Baumgruppe die etwas 50 Meter hinter ihnen lag. Jetzt verstand auch sie was los war. Er muss eine Gruppe von Eingeborenen entdeckt haben. Sofort stieg ihr Puls und Panik keimte. Sie merkte wie die Angst sich in ihrem Körper ausbreitete und langsam die Muskeln erschlaffen ließ. Vom Magen breitete sich dieses Gefühl wie eine Betäubungsmittel in alle Richtungen aus.

Gerade als sie dachte, dass sie zusammenbricht weil ihre Beine nicht mehr mitmachen, drehte sich Wichard zu ihr um schaute ihr in die Augen, legte seine zweite Hand auf ihre Schulter. Die Angst und die Lähmung waren so schnell gegangen wie sie gekommen waren. Es war als konnte er nur durch die Berührung und seine Ausstrahlung seine Selbstsicherheit und Ruhe auf sie übertragen. Ein flüchtiger Augenblick an dem die Zeit still zu stehen schien. Mit einem kurzen Kopfnicken signalisierte er ihr dass sie weitergehen werden und führte sie die restliche Strecke zu der Baumgruppe. Dort angekommen zeigte er auf die Stelle wo sie sich platzieren sollte und griff erneut zum Fernglas. An seinen Mundwinkeln erkannte sie dass er angefangen hatte die anderen zu zählen. Routine ist der Schlüssel, hatte er ihr auf ihrer ersten Suche erklärt. Darauf vorbereitet sein, damit rechnen. Und Wichard war die Inkarnation davon. Nichts brachte ihn aus dem Konzept. Immer hatte er einen kühlen Kopf und die richtige Antwort auf alles was da kam. Ebenso sicher sah er auch jetzt wieder aus, wo er im Sichtschutz der Baumgruppe die Eingeborenen beobachtete. Sie beobachtete ihn dabei und sah auch wie er langsam das Gebiet mit dem Fernglas absuchte.

Mit dem Zählen hatte er bereits aufgehört, als plötzlich etwas passierte. Sie konnte es an seiner Mimik erkennen. Hektisch drehte er an der Weiteneinstellung des Feldstechers. Sein Blick schien auf eine Stelle fixiert zu sein. Er schien unsicher. Er nahm des Fernglas herunter drehte sich zu Keyla und sagte: "Ich glaube die haben Senviva. Du musst dir das mal ansehen, ich bin mir nicht ganz sicher dass er das ist." Sie griff sofort das Fernglas und schaute in die Richtung in die auch Wichard starrte. "Der Vierte von vorn trägt ihn über der Schulter. Sieht nicht so aus als ob er noch lebt." Tatsächlich trug der Vierte dieser Eingeborenen, die nicht so aussahen wie die, die sie bisher gesehen hatten, einen Körper über der Schulter. Die Kleidung hat auf jeden Fall die gleichen Grundzüge wie der Anzug den Senviva trug. Die Haarfarbe ist auch die selbe, allerdings ist das ganze Gesicht, eigentlich der ganze Körper voller Blut. "Ich, ich ... kann es auch nicht sagen." stammelte sie zusammen. Als sie das Fernglas wieder herunter nahm sah sie wie Wichard das Photonengewehr bereit machte. Er schaute sie an und sagte. "Dann werde ich mir das wohl mal näher ansehen müssen. Und du bleibst genau hier."


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