An jenem Morgen wurden Leyla und Wichard auf die Suche nach Senviva geschickt. Seit Tagen suchten alle ihn abwechselnd in zweier Teams da niemand die Gegend besonders gut kannte. Bei diesen Aktionen wurde auch gleich die Umgebung Kartografiert um für weitere Expeditionen genügend Informationen parat zu haben. Senviva war seit ungefähr 4 Tagen verschwunden, er wurde bei einer Erkundungsmission mit einem Aufklärungstrupp von Wölfen angegriffen. Das Lager wurde bereits gegen die Wildnis ausreichend mit Zäunen und ein paar Aussichtsplattformen abgesichert. Um das Wrack des Raumschiffes herum hatte das gestrandete Team einen Zaun errichtet und zentral unter einem Grünen Kunststoff Zelt eine Sammelstelle mit Lagerfeuer errichtet. Der Sammelplatz war im Gegensatz zu den Schlafzelten nur ein Tuch welches auf vier Holzpfähle gespannt wurde und somit keinen Schutz gegen Wind bot. Die Schlafplätze hatten einen Windschutz von allen vier Seiten und alles was die Pioniere noch an Ausrüstung hatten war in diesen Zelten gelagert oder drum herum in Stahlboxen.

Seit dem Senviva verschollen war, konnte Wichard in ihrem zwei Mann Zelt alleine schlafen, welches er sich sonst immer mit Senviva geteilt hatte. Das Raumschiff Wrack in der Mitte des Camps war sichtlich zerstört. Der Lack blätterte bereits ab und eine Hälfte des Silo förmigen Gefährts ragte in einem 30 Grad Winkel aus dem Boden. Es lagen in der ganzen Gegend noch ein paar Trümerteile. Im Fort lagen mehrere halbe Baumstämme herum, welche als eine Art Sitzbank genutzt wurden. Die meiste Holzarbeit hatte Senviva erledigt oder beaufsichtigt, da er als Neoschreiner die meiste Erfahrung mit der Verarbeitung von solchen Materialien hatte. Im Raumschiff war etwas Werkzeug gewesen und nach ein paar Tagen Arbeit war der Zaun um die Absturzstelle errichtet worden.

Die beiden versicherten sich die gesamte Ausrüstung eingepackt zu haben. Leyla rief Wichard zu: "Wir dürfen die Funkgeräte und den Kart-O-Matik nicht vergessen". "Ich habe alles eingepackt, ebenso ist der Akku voll und der Ersatzakku ist auch eingepackt" antwortete Wichard. So liefen die beiden los ohne zu ahnen was sie bald auffinden würden. "Hoffentlich begegnen wir nicht wieder diesen wilden" sagte Leyla während sie mit einem schaurigen Kopfschütteln Wichard anschaute. Wichard war 170 cm groß und hatte Blonde Haare und Grüne Augen. Leyla war mit Ihren 162 cm eine recht große Frau für die alte Welt und hatte schwarze Haare und blaue Augen. "Ich glaube die lassen uns in Ruhe" versicherte er ihr. "Ich hoffe doch. Diese ewigen Nachtwachen und das ausschau Halten nach Angreifern macht mich noch wahnsinnig". Sie liefen beide über eine grüne Wiese mit gelblichen Blumen in Richtung des Waldes . Das Lager im Rücken wurde langsam immer kleiner. Leyla plagte ein ungutes Gefühl im Bauch, doch sie konnte nicht sagen was es genau war. Was sie aber benennen konnte war, wie unheimlich Wichard ihr erschien. Je länger sie nun schon hier waren desto ruhiger und verschlossener wurde er.

Das einzige Gefühl das er gerade hatte war Angespanntheit. Er suchte die Umgebung ab und achtete auf jeden kleinsten Ton. Er wollte nicht schon wieder in einen Hinterhalt geraten wie vor einigen Tagen. Die einheimischen schienen Primitiv zu sein, doch sie waren auch würdige Kämpfer. Wichard war bereits aufgefallen wie lern resistent die Stämme waren. Manche waren sehr ungeschickt und dämlich andere hingegen waren glorreiche Krieger mit einem ausgeprägten Sinn für Strategie, doch immer waren sie in der Überzahl und daher war ein Kampf trotz der überlegenen Technology sehr riskant und gefährlich. Er hatte schon die Theorie aufgestellt das es sich um Menschen aus verschiedenen Kolonien handeln muss, die ihr Wissen nicht oder unzureichend miteinander austauschen. Doch noch hatte er keinen Beweis dafür und konnte daher die anderen noch nicht so recht überzeugen.

Als erstes wollte er aber seinen guten Genossen Senviva finden, er bewunderte ihn auf eine gewisse Weise. Senviva war in seinen Augen zwar ein ziemliches Weichei, dafür hielt er ihn für einen sehr schlauen Mann mit einem geschickten Händchen. Er schaute Leyla in die Augen und sagte zu ihr: "Als erstes wieder zum Fluss". Leyla nickte nur leise und fragte sich wieso immer alle Morgens und Abends zu dem Bach gehen wo der Tote Douglas gefunden wurde. Wenn Senviva es bis dahin geschafft hätte, dann sollte er doch auch zurück in das Lager finden können. Doch es wurde beharrlich jeden Tag dort nachgeschaut. So liefen die Beiden den kurzen Waldabschnitt zu dem Fluss entlang. Am frühen morgen zwitscherten die Vögel noch und verbreiteten eine friedliche Atmosphäre. Die Luft war noch feucht und frisch, es roch intensiv nach Morgen und Sommer. Stillschweigend liefen sie zum Fluss. Als sie das Rauschen des Flusses aus der Ferne hörten wurden beide Aufmerksamer und starrten nach vorne. Leyla dachte sich das der Trupp noch Glück im Unglück hatte in der Nähe eine Trinkwasser Quelle zu haben. Angeblich haben andere Aufklärungsteams berichtet, dass ein Großteil der Umgebung nur trostloses, staubiges Ödland war. Sie standen beide an der Stelle, an der der Tote Douglas geborgen wurde. Da bemerkte Leyla wie Wichard auf einen Schlag sehr angespannt wurde und konzentriert auf die Flussbiegung schaute. Er griff zum Feldstecher und ...

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