Die Baumkronen verschaffen mir ein Gefühl der Freude. Ich spähe den Zaun aus und befehle Keira in Sicherheit zu bleiben. Da diese Krieger keine guten Handwerker sind dauert es auch nicht lange bis ich ein Loch finde. Ich rufe Keira herbei und wir zwängen uns durch problemlos durch das riesige Loch in dem Holzlatten Zaun. So wie die Sonne sich bewegt ist es die Morgendämmerung. Es wird immer heller und ich bin froh bald dieses Stirnband abnehmen zu können. Zwar verspüre ich immer noch keinen Schmerz, doch ich merke wie ich immer mehr Blut verliere und die Haut immer weiter aufreist. Wir laufen noch ein Stück weiter und der Wald wird immer lichter. Ohne Proviant und Essen werden wir es wahrscheinlich nicht mehr lange aushalten. Während des Marsches sehen wir immer weniger Bäume doch ich kann einen Fluß in der Ferne hören zu dem ich auch schnell mit Keira gehe. Am Fluss erholen wir uns von den Strapazen und trinken viel von dem Glasklaren Wasser des Baches. Nach einer kurzen Erholungsphase setzen wir unseren Weg entlang des Baches weiter. Die Richtung scheint uns aus dem Wald zu führen. In der Ferne sieht man bereits ein paar Berge. Noch habe ich das Vigor an, da ich befürchte verfolgt zu werden. Wir sind beinahe 2 Stunden auf dem Weg und laufen schnellen Schrittes davon aus furcht vor einem Kampf mit den Kriegern in der Barracken Siedlung. Keira bricht das Schweigen und sagt zu mir: "Hat das Stirnband das mit dir gemacht?". Wahrheitsgemäß erwidere ich ein: "Ja" und erkläre ihr was es mit dem Band und der Technologie auf sich hat. Je mehr ich ihr erzähle desto schockierter wird ihr Blick. Am Schluss schaut sie mir in die Augen und meint: "Du musst das sofort abnehmen, dein Körper zerfällt langsam". Das der Körper zerfällt ist so auch korrekt. Doch Keira hat keine Ahnung wie sehr mein Geist durch dieses Stirnband zerlegt wurde.

Das töten hat der beiden wilden Krieger hat mir nichts ausgemacht, auf eine gewisse weise habe ich dabei sogar so etwas wie Freude und Spaß empfunden. Mein Kopf schmerzt mir sehr da diese Gefühle mich in den Wahnsinn treiben. Am allerliebsten würde ich Keira hier zurück lassen und in die Siedlung zurückkehren um dort aufzuräumen. Doch mein restlicher klarer Verstand sagt mir ich darf das nicht. Töten ist weder gut noch sollte es Spaß machen. Doch diese Gedanken in meinem Kopf. Keira schaut auf meinen Mund und meint ich führe Selbstgespräche. Habe sie etwa verstanden was ich gesagt habe? Habe ich nur genuschelt? Ich weiß es nicht und kann es auch nicht nachvollziehen. Vielleicht sollte ich Keira beseitigen damit niemand von meinen Taten erfährt. Auf einmal wird mir klar das ich kurz davor stehe den Verstand zu verlieren und vielleicht das Vigor abnehmen sollte. Doch es verleiht mir so viel Macht und beschützt mich vor den Gefahren dieser neuen Welt. Während ich gedanklich zwischen der Sehnsucht etwas zu töten und den alten Werten hin und her springe ergreift Keira sanft meine Hand. Sie schaut mich mit ihren Augen und sagt zu mir: "Wir sind in Sicherheit, du kannst das Stirnband abnehmen und wir können uns hier erholen. Ich habe noch etwas Medizin aus meiner Gopax dabei, damit kann ich deine Wunden heilen". Sie fragt mich nach so langer Zeit wie ich heiße und da fällt mir auf, ich habe hier noch niemandem meinen wahren Namen gesagt. Langsam fasse ich das Vigor an und sage zu Keira: "Mein Name ist Senviva" und ich küsse sie. Nach einem kurzen Intermezzo beschließen wir das Stirnband abzunehmen.

Keira umfasst langsam Senvivas Hand und Gemeinsam öffnen sie das Stirnband und nehmen es langsam von seiner Stirn. Auf einmal spürt Senviva den unerträglichen Schmerz im ganzen Körper und schreit laut auf. Etwas so schlimmes hat er noch nie gespürt, auch nicht nach dem Sturz. Erschrocken greift Keira zu ihrer Tasche und holt wirft alles auf den Boden um ihn so schnell wie nur möglich zu verarzten. Doch die Wunden fangen immer stärker an zu bluten und Senvivas Gesicht wird blass. Sie desinfiziert die Wunden und verbindet alles um die Blutung zu stoppen. Keira legt seinen Kopf in ihren Schoß um die Wunden im Gesicht besser behandeln zu können. Doch leider ist es zu spät und Sensiva ist an dem Blutverlust gestorben. So sitzt sie am Rand des Baches mit seinem Kopf in Ihrem Schoße und starrt nur in die Luft und denkt sich, sie sollte zu dem abgestürztem Raumschiff gehen um Sensiva im Rahmen seiner Genossen die letzte Ehre zu erweisen. Doch außer seine Beschreibung hat sie keinen Anhaltspunkt wo das sein könnte und so sitzt sie da und denkt darüber nach was sie nun als nächstes unternehmen soll.

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