Das Stirnband hatte den Projektnamen Vigor. Anscheinend war der Soldat in Rüstung welcher im Dorf mich angeschaut hat, uns mit seinen Kameraden gefolgt. Leider hatte ich keine Kenntnis des Ortes in dem wir uns befanden und so musste ich schnell überlegen wie wir entkommen konnten. Trotz Vigor war ich nicht in der Lage alleine gegen sieben Kämpfer zu bestehen. In meiner Erinnerung waren die Eindrücke aus der Siedlung noch zu frisch. Mir war klar das diese Soldaten keine Anfänger waren. Dank Vigor bekam ich nicht nur die Fähigkeit von Kämpfern und Soldaten sondern auch die Einsicht wann ein Kampf erfolglos sein wird.
Orientierungslos blickte ich zu Keira und fragte Sie in welcher Richtung und welche Entfernung der nächste Fluss war. Irgendwie wurde mir klar, dass die beste Flucht vor schwer gepanzerten Soldaten auf Bäume oder ins Wasser war. Für die Baumoption fehlte uns jedoch die Zeit.
Keira blickt sich panisch um und versuchte die Situation zu verarbeiten und zu verstehen woher ich diese Selbstsicherheit bekommen habe. Leises Gemurmel aus Richtung der Angreifer. Die Verfolger scheinen Spuren für unseren Verbleib zu suchen. Die Vögel singen noch leise unbedarft ihre Geschichten und die Luft riecht nach nassem Gras. Da spüre ich einen kurzen und stechenden Schmerz in der rechten Schläfe welcher nur kurz anhält.
Keira bekommt leuchtende Augen und meint dass ungefähr 2000 Meter Rechtwinklig zu der Angreifer Gruppe ein Fluss verläuft. Schnell erkläre ich ihr meinen Plan wodurch ihr anscheinend klar wird, dass dieses Stirnband mir Wissen übermittelt. Sie starrt auf das Band, ihre leicht lockigen Haare bewegen sich kein wenig. Die braunen Augen zucken dafür hin und her.
Die Stimmen werden schon lauter, durch die Windstille kann ich anhand der Stimmen die Richtung und Entfernung noch genauer bestimmen. Schmerzen auf der linken Seite meines Körpers setzen ein. Als hätte jemand mit einem Hammer gegen meinen Arm geschlagen. Die Vögel werden leiser. Ich gehe in Richtung Fluss und rufe Keira zu sie soll mir folgen. Die Stimmen der Krieger sind schon sehr nah, 50 Meter. Wahrscheinlich haben Sie meinen Ruf ebenfalls gehört. Es herrscht kurz Stille. Da ruft einer der Gepanzerten etwas und die anderen schreien nur irgendwas rum. Die Vögel sind bereits vollkommen verstummt. Ich laufe vorne und Keira ist mir dicht auf den Fersen. "Folge mir auf Tritt und Schritt" brülle ich nach hinten. Irgendwie weiß ich wohin ich treten muss und welcher Schritt für unsere schnelle Flucht nicht von Vorteil ist. Nach beinahe 500 Meter in Richtung des Flusses wiederholt sich der Schmerz in meinem Kopf und mir wird übel. Das Vigor scheint seine Nebenwirkungen zu offenbaren. Vielleicht war es doch keine gute Idee das Stirnband zu benutzen. In der nächsten Sekunde roch alles nach Mandeln um mich herum. Ein Schlag im Bein lies mich zu Boden sinken und ich blickte auf und erkannte Keira's entsetztes Gesicht. Alles wurde Dunkel und während der Mandelduft sich langsam verflüchtigte spürte ich das Gras unter meinem Kopf und hörte wieder die Vögel singen. Da vernahm ich auch schon den Stoßtrupp und das Gekreische von Keira. Sie hatten sie gefangen. Im nächsten Augenblick hatte ich einen der Krieger vor mir stehen. Er war groß und kräftig gebaut, hatte ein fieses Grinsen auf dem Gesicht und sagte irgendwas das ich nicht mehr verstand, weder Akustisch noch die Sprache. Auf einmal schießt das stumpfe Ende eines Schwertes auf mein Gesicht zu.
Ich erwache und schmecke das salzige Blut in meinem Mund. Links und hinter mir befindet sich nur eine Wand aus Holzpfählen. Rechts liegt Keira, sie hat die Augen noch geschlossen, doch ihr Brustkorb bewegt sich auf und ab. Ich höre draußen viele Stimmen sprechen und singen. Anscheinend wird hier der Sieg über das andere Gopax gefeiert. Ich liege auf Stroh und alles duftet etwas nach modrigem Holz. Es ist etwas düster, der Raum wird nur durch ein paar Kerzen erhellt. Da bemerke ich die Handfesseln welche viel zu eng sitzen und mir in das Fleisch schneiden, dass gleiche gilt für die Füße.
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