Ein Freund sagte letztens in einer angeregten Diskussion über Marx's Weitblick Heutzutage gibt es eigentlich gar keine großen Philosophen mehr. Uns beiden ist keine vergleichbare Persönlichkeit eingefallen. Doch den großen Philosophen hat sein Ruf auch gerne erst lange nach seinem Tun erreicht. Außerdem ist die Vorstellung eines Freidenkers der Dank bürgerlichen Mäzenen seinen Alltag von Erwerbsarbeit freihalten kann in der heutigen Leistungsgesellschaft ziemlich bizarr. Höchstwahrscheinlich ist aber auch der Ansatz der Suche falsch. Zu Zeiten von Marx war die industrielle Revolution und die Ausbeutung der Arbeiterklasse das Thema um das sich die Europäische Welt drehte. Auf der Suche nach modernen Philosophen muss man also eventuell nach einem anderen Hauptthema suchen. Ein sehr vielversprechendes ist die globale Vernetzung und das teilen von Informationen. Ein freies Internet indem jeder gleichberechtigt an Informationen herankommen kann ist derzeit noch genauso eine Utopie wie Marx klassenlose Gesellschaft. Und in diesem Feld gibt es einige kluge Köpfe die durchaus einen ähnlichen Weitblick mitbringen wie der gute Karl. Einer von ihnen war Aaron Swartz. Obwohl er durch Suizid nur 26 Jahre alt wurde, hatte er bereits soviel zu der Open Access Bewegung und der Entwicklung des Internets an sich beigetragen, dass man sich als Programmierer der gesamten Bedeutungslosigkeit seiner bisherigen Existenz mal in Gänze bewusst wird. Wer sich inspirieren lassen möchte, sollte auf jeden Fall mal diese Dokumentation über sein Leben einsaugen.

Da an dieser Stelle in meinem Kopf noch einige schreibenswerte Ideen umhergeistern kündige ich schonmal einen Folgeartikel an. Aber Achtung es könnte philosphisch werden. 😁