Und Keira hat keine Ahnung wie man dort hingelangt. Ich habe keine Ahnung wie weit ich vom Raumschiff entfernt bin. Die Lage wird von Sekunde zu Sekunde hoffnungsloser. Jetzt sehe ich auch in ihren Augen zum ersten Mal das was mich seit der Landung verfolgt. Zweifel.
Es ist soweit. Es gibt keine andere Möglichkeit. Ich greife nach der Tasche und hole eine kleine Box heraus. Vor unserer Abreise hat es unzählige Kurse und Trainings gegeben. Und einer davon war für diese Box. Von allen nur die Büchse der Pandorra genannt. Darin ist eine Art Stirnband. Eines der besondern Sorte. Spezialisten wurden in der alten Welt nicht auf die altertümliche Art des physischen Trainings ausgebildet. Da die häufig entscheidenden Fähigkeiten und Denkreflexe tief im Unterbewusstsein verankert werden müssen haben Wissenschaftler eine Möglichkeit gesucht diese Informationen in das Gehirn schreiben zu können. Das Ergebnis war diese Aparatur. Für die meisten Anwendungsfälle wie zum Beispiel. Soldaten und Rettungskräfte gibt es Jahrhunderte lange Studien, in denen Nebenwirkungen minimiert und das Verfahren optimiert werden konnte. Die Büchse der Pandorra kann hingegen nur auf 15 Jahre Studie zurückblicken. Im Gegensatz zu den normalen Paketen die etwa 5 Jahre Lebenserfahrung enthalten hat dieses etwa 200. Es gab offiziell 60 Probanten von denen 17 das Verfahren überlebt und 6 nicht verrückt geworden sind. Einer von den 6 ist Wichard. Ich habe auf der Reise versucht mit ihm darüber zu sprechen und mehr darüber zu erfahren, aber immer wenn es zu diesem Thema kam blockte er ab.
Jetzt und hier halte ich das Stirnband in den Händen und Keira schaut mich fragend an. Ich werde mir nicht die Zeit nehmen es ihr zu erklären um dann ihren Umstimmungsversuchen zu erliegen. Sie scheint zu erahnen, dass ich etwas gefährliches vor habe und ihr Blick wechselt von fragend zu ängstlich. Ich ziehe das Stirnband über den Kopf und eine automatische Ansage in meinem Kopf fängt an von 10 herunterzuzählen. Der Countdown zählt gleichmäßig runter während ich nochmal die Umgebung mustere. "10. 9. 8" Wir stehen in einem relativ dicht bewachsen Waldstück mit Laubbäumen, viel Unterholz und noch mehr Moos. "5. 4." Aus welcher Richtung wir gekommen sind kann ich gar nicht mehr sagen. Während der Countdown zuende zählt schaue ich wieder zu Keira hinüber. "2" Die Angst ist jetzt deutlich in ihren Augen zu lesen. "1"
Ohne einen Explosionsknall aber genauso schmerzhaft beginnt ein unfassbar lautes Fiepen in meinen Ohren. Es ist unglaublich schmerzhaft und dennoch ist es kein einfacher Pfeifton, sondern scheinbar tausende Stimmen die übereinander liegen. Meine Augen fangen sofort an zu schmerzen. Reflexartig schließe ich sie und verdecke sie mit den Händen. Allerdings sehe ich weiter. Ebenso wie bei den Ohren liegen tausende Filme übereinander, die vor meinem Auge ablaufen. Ein Gefühl als wenn man direkt in die Sonne schaut und langsam dabei erblindet. Ein stechender Schmerz auf der linken Seite des Oberkörpers sagt mir dass ich umgefallen bin. Jetzt fühle ich auch wie die Muskeln eben so verrückt spielen und der Schmerz verteilt sich im ganzen Körper. Und mit einem Mal ist alles still. Es ist dunkel und das einzige was ich höre ist die Stimme von Keira in der Ferne. "Was ist mit dir? Antworte! Sag doch was." Die Stimme kommt langsam näher und plötzlich höre ich sie absolut klar. Ich öffne die Augen und sie knieht über mir.
"Was war das. Was ist los mit dir? Hat das mit diesem Band zu tun?" Ich höre ihre Stimme, aber ich höre ihr nicht zu. Etwas scheint wichtiger zu sein. Ich springe auf, drehe mich und lege instinktiv meinen Kopf seitlich mit dem Ohr auf den Boden. Ohne genau zu wissen warum sage ich auf einmal. "Sieben Mann, mittlere Laufgeschwindigkeit, 300 Meter aus dieser Richtung. Wir müssen weiter. Schnell!"
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