Es war der 16. Dezember 2012. Draußen hatte es wahrscheinlich angefangen zu dämmern und eventuell schneite es. Ich weiß es nicht mehr, denn ich kann mich kaum an die Wetterverhältnisse vor 24 Stunden erinnern. Mein Emailpostfach weiß aber zumindest den exakten Zeitpunkt: 19. Dezember 2011 16:05. Ich hatte mich bei einem Gaming-Social-Network namens Raptr angemeldet. Laut Wikipedia existierte der Dienst damals erst seit wenigen Monaten. Ich kann mich also als Early Adopter in diesem Feld bezeichnen. 😁 Aber worum geht es dort eigentlich? Seit geraumer Zeit haben alle großen Gaming Plattformen (Xbox, Playstation, Steam, Battlenet) angefangen ihre Nutzer ständig Online zu halten und sammeln so wertvolle Daten über das Spielverhalten ihrer Konsumenten. Diese Zahlen und Fakten bekommt der Konsument aber nie zu Gesicht. Einen Großteil der Daten kann man über spezielle APIs abrufen deren Zugriff aber nur mit Partnerverträgen oder speziellen Lizenzen möglich ist. Einfach formuliert: Nichts für den kleinen Mann. An dieser Stelle kommt Raptr wieder auf den Plan. Diese haben sich so eine Lizenz besorgt und tracken nun ebenfalls das Spielverhalten der dort angemeldeten Benutzer. Und nicht nur für eine Plattform sondern, wenn es der User zulässt für alle 4 oben genannten.
Um Vor- und Nachteile möglichst objektiv unterhaltsam zusammenzutragen werde ich mich an dieser Stelle eines längst vergessenen und im Deutschunterricht zu Unrecht unterschlagenen Stilmittel bedienen. Und zwar dem "70er Jahre Batman erklärt Robin die Welt" - Dialog
Robin: Heilige Datenschleuder. Ist das nicht noch viel schlimmer für den Nutzer? Eine weitere Instanz hat seine Daten und das auch noch von allen Plattformen zusammen.
Batman: Da hast du recht Robin. Diese neue Firma ist tatsächlich im Besitz dieser Daten. Aber Sie ermöglicht dem Benutzer auch diese in Statistiken abzurufen und so Einsicht in sein Spielverhalten zu haben.
Robin: Und da diese Firma ja die Daten aller Plattformen hat, kann der Nutzer auch gesammelte Statistiken bekommen, die er von den einzelnen Plattformen nie bekommen hätte.
Batman: Richtig Robin. Und grob betrachtet macht eine weitere Instanz die diese Daten hat für den Benutzer keinen Unterschied, denn seine Seele hat er ja bereits einmal oder mehrmals an die Plattformen verkauft.
Robin: Heiliger Seelenhandel. So habe ich das noch garnicht betrachtet.
Das viel benannte Spielverhalten umfasst dabei Spielname deren Dauer und freigeschaltete Erfolge. Vorallem die Dauer ist für mich dabei interessant, denn wenn man schon so viel Zeit und Geld in sein Hobby verpulvert, hat man wenigstens ein Recht zu wissen wie viel. 😁 Ich bin ein Freund von Statistiken und daher habe ich damals nicht zweimal überlegen müssen das zu testen.
Ausschlaggebend für diesen Post war nicht etwa die Offenlegung meiner offensichtlichen Videospielsucht Videospielwertschätzung, sondern eine bemerkenswerte Serviceleistung von Raptr, nämlich ein Jahresbericht in Form einer Infografik (siehe unten).
Eine ebenfalls schöne Umsetzung dieser erfassten Informationen sind Gamercards. Ich habe in der rechten Leiste des Blogs mal meine Raptr Gamercard eingebaut.
